Die Geschichte des

KLOSTERGASTHOFS

ES GIBT SO VIEL ZU ERZÄHLEN

Von den Pilgern, die seit hunderten von Jahren auf den Heiligen Berg kommen. Von den Benediktinern, die das Kloster bewirtschaften und diesem Ort die Spiritualität verleihen. Von den Grafen von Andechs, Herzog Albrecht III. und den Wittelsbachern. Von allerlei Gästen, die hier seit jeher bewirtet und von der besonderen Atmosphäre des Klostergasthofs beseelt wurden. Und von Manfred Heissig und Ralf Sanktjohanser, die 2019 den Klostergasthof übernahmen um der bewegten Geschichte dieser wunderbaren Gaststätte ein neues Kapitel hinzuzufügen.

1438

Erste urkundliche Nennung. Herzog Ernst von Oberbayern stiftet ein Kollegiatstift für Augustiner-Chorherren und übergibt ihnen u. a. die bereits vorhandene Wirtschaft (= Tafern).

Bauherr der Andechser Wallfahrtskirche: Herzog Ernst von Bayern (1392 – 1438), auf den auch der Name „Heiliger Berg“ zurückgeht.
Kupferstich (um 1760) von Joseph Anton Zimmermann (1705 – 1797), Münchner Stadtmuseum

1455

Herzog Ernsts Sohn Herzog Albrecht III. gründet anstelle des Kollegiatstiftes ein Benediktinerkloster, das auch in die Rechte der Taferne eintritt.

Herzog Albrecht III. (+1460), Stifter des Klosters Andechs. Ausschnitt aus einem Gemälde im Fürstentrakt des Klosters (Foto: Thomas Schmid)

Weinkelch im Zunftschild

Der Wirt der „oberen Taferne“ im Gegensatz zur „Unteren“
in Erling besitzt das öffentliche Schank-, Herbergs- und Gastrecht.
Er darf Verlöbnismähler, Hochzeiten, Stuhlfeste, Tauf- und
sonstige festliche Mähler ausrichten. Außerdem darf er
den Wein ausschenken, mit dem früher jedes Rechtsgeschäft
„betrunken“wurde.

1463

Abt Johannes Hausmann baut ein neues Wirtshaus und lässt es bemalen. Übergabe an den damaligen Hof- und Klosterrichter Georg Pichler in Erbpacht.

Mit dem 1458 ausgestellten Stiftsbrief schreibt Herzog Albrecht III. die Grundausstattung des Klosters und die Aufgaben der Benediktiner fest.

1632

Die Schweden brennen das Wirtshaus nieder.

Kupferstich. Aus: Daniel Meisner, Thesaurus Philopoliticus oder politisches Schatzkästlein

1748 – 1773

1748: Als Wirt wird Joseph Schuster von Mehring genannt (Quelle: Erlinger Seelenbuch).

1773 erhält der Wirt Augustin Kraus die Metzgergerechtigkeit. Ihm folgt Joseph Westermayr von Seefeld.

Der Heilige Berg Anfang des 18. Jahrhunderts, Ausschnitt aus einem Kupferstich von Michael Wenig (Foto: Thomas Schmid)

1803 – 1817

Im Zuge der Säkularisation Aufhebung des Klosters, Verkauf der Güter.

Nach dem Tod Joseph Westermayrs im Jahr 1817 übernimmt sein Sohn Augustin die Wirtschaft.

Der „Obere Wirt“ von Andechs

1834 – 1928

1834 werden Martin und Franziska Fricker die Wirtsleute des heutigen Klostergasthofs.

Ludwig Wastian wird 1893 Eigentümer. Er stirbt 1928.

Das Wirtshaus vor dem Umbau im Jahre 1864

1929 – 1940

1929 verkauft seine Frau Paula den Gasthof an die Klosterbrauerei. Pächter wird Stefan Probst.

Im Jahr 1940 pachtet Ludwig Kerscher den Gasthof.

Mitarbeiter der Klosterbrauerei Andechs im Jahre 1933

1952 – 1954

1952 übernimmt das Kloster den Gasthof in Eigenregie.

Neueröffnung im April 1954 nach Renovierung und Umbau. Entwicklung zum Mittelpunkt der Bewirtung und beliebtem Ausflugsziel auf dem Heiligen Berg.

Lastwagen der Klosterbrauerei Andechs (Foto: Ludwig Ottmar)

1966 – 1994

Der Gasthof wird 1966 an die Familie Hansen verpachtet.

1974: Erneut Eigenbewirtschaftung durch das Kloster.

1992: Umfangreiche Renovierung durch Architekt Eberhard Jennert.

Alexander Urban pachtet 1994 den Klostergasthof.

Kloster Andechs Mitte der 1980er Jahre (Foto: Photo + Design, Werbestudio Traber, Herrsching)

2019

Ralf Sanktjohanser und Manfred Heissig übernehmen zum 1. Januar die Traditionsgaststätte und eröffnen den neuen Klostergasthof nach einer Renovierungspause im April 2019.

Wolfgang Schäff (1.v.l.), Vertriebsleiter der Klosterbrauerei, und Christian Rieger, kaufmännischer Leiter der klösterlichen Wirtschaftsbetriebe (1.v.r.) gratulieren den Wirten Ralf Sanktjohanser (2.v.l.) und Manfred Heissig (2.v.r.).